PR-Strategien im Daten-Check
Redaktionen zitieren Daten, verweigern aber oft den Backlink
Werbewirksame Erhebungen landen zwar oft im redaktionellen Text, bringen den Urhebern im Netz aber selten den erhofften SEO-Nutzen. Eine neue Analyse zeigt, wie viel Potenzial in der Pressearbeit verpufft.
29. September 2026 · WORTLIGA-Redaktion · Unternehmen · aus der Studie
Eine Erhebung herauszugeben, gilt in der klassischen Public Relations als sicherer Weg in die Fachmedien. Doch wer sich davon starke Backlinks für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) erhofft, wird oft enttäuscht. Eine aktuelle Auswertung von Fachmedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Datenstand: September 2026) belegt ein massives Leck im digitalen Linkbuilding: Von 2063 untersuchten Artikeln zitieren zwar 618 Texte (30 Prozent) eine Studie, einen Datenreport oder eine amtliche Zahl. Doch nur 111 dieser 618 Artikel (18 Prozent) setzen auch einen direkten Link zur zitierten Quelle.
Zahlreiche Erwähnungen verpuffen ohne SEO-Wert
Das bedeutet im Umkehrschluss: 507 der 618 Artikel (82 Prozent), die sich auf eine Studie beziehen, enthalten keinen Link auf die erwähnte Erhebung. Die Redaktionen tippen einzelne Zahlen oder Kernergebnisse einfach ab, lassen die Zielseite der Urheber jedoch außen vor. Als Studie zählte in der Auswertung die Zielseite selbst – also konkrete Umfragen, Datenreporte, Paper, Whitepaper mit eigenen Zahlen oder amtliche Statistiken.
Für absendende Unternehmen und PR-Agenturen ist diese fehlende Verlinkung ein herber Verlust. Der Aufwand für Datenerhebungen zahlt so zwar auf die Markenbekanntheit ein, verfehlt aber das strategische Ziel, wertvolle redaktionelle Backlinks aufzubauen.
Die Erfolgsformel für Linkbuilding
„Wer PR machen will, ist mit einer Studie gut beraten. Wer Links will, kombiniert sie mit einem Tool.“
Fachmedien sind grundsätzlich bereit für Studien-Links
Dabei scheitert es nicht an einem prinzipiellen Link-Verbot der Verlage. Das Potenzial ist in den Redaktionen durchaus vorhanden: 75 der 90 ausgewerteten Fachmedien (83 Prozent) nennen in der gezogenen Stichprobe mindestens einmal eine Studie. Immerhin 33 dieser 90 Fachmedien (37 Prozent) setzen in den untersuchten Texten auch tatsächlich mindestens einen Link auf eine solche Erhebungsseite. Wenn Redaktionen den Klick nach außen setzen, dann meist deshalb, weil die Zielseite einen konkreten Service für die Leserschaft bietet, der über das reine Abtippen einer Zahl hinausgeht.
Insgesamt wurden in der Stichprobe 2382 ausgehende Links im Fließtext der Artikel ausgewertet. Davon führen 167 Links (7 Prozent der 2382 Links) auf eine Studie. Solche datengetriebenen Inhalte gehören neben Software-Werkzeugen zu den wenigen „Linkable Assets“, die Unternehmen strategisch planen und Redaktionen passgenau zuliefern können.
Die Hürden bei der Datenerfassung
Um die Quote der verlorenen Links exakt zu bestimmen, wurde eine breite Basis an Inhalten analysiert. Von anfänglich abgerufenen 2516 Artikeln flossen 2063 in die Hauptauswertung ein. 453 der 2516 abgerufenen Texte (18 Prozent) ließen sich nicht maschinell auswerten – die Ursachen reichten von strengen Paywalls über Cookie-Schranken bis hin zu technischen Fehlerseiten.
Rechnet man diese nicht auswertbaren Texte als Artikel ohne Studien-Nennung mit, erwähnen immer noch 618 der 2516 abgerufenen Artikel (knapp 25 Prozent) eine Untersuchung. Die medizinische Fachpresse wurde für diese Auswertung im Vorfeld bewusst ausgeschlossen. Die dort üblichen Verlinkungen auf klinische Paper oder PubMed-Seiten hätten die Statistik für die klassische B2B- und Unternehmens-PR stark verzerrt.
Linkable Assets müssen zwingender werden
Dass nackte Zahlen allein oft nicht für einen Backlink reichen, spiegelt sich im Verhalten der Online-Medien wider. Oftmals verlangen Redaktionen nach Inhalten, die sie nicht ohne Qualitätsverlust im eigenen Artikel zusammenfassen können.
„Wer PR machen will, ist mit einer Studie gut beraten. Wer Links will, kombiniert sie mit einem Tool.“ – Gidon Wagner, Studienleiter und Geschäftsführer der WORTLIGA Tools GmbH
Wer das brachliegende SEO-Potenzial in der Pressearbeit nutzen will, muss den Redaktionen zwingendere Argumente für einen Klick liefern. Interaktive Dashboards, ergänzende Software-Tools oder tiefgehende, filterbare Datenbanken verwandeln eine einfache Pressemitteilung in einen echten Mehrwert für die Leserschaft – und zwingen Redaktionen förmlich dazu, den begehrten Backlink zu setzen.
Zur vollständigen Auswertung und Methodik: Linkbuilding-Studie: Klassische PR verschenkt SEO-Potenzial